Die Berliner Klärwerke: Die vierte Reinigungsstufe kommt (in Brandenburg)

Veröffentlicht am 03.04.2017 in Umwelt

Jörg Simon, Vorstand Berliner Wasserbetriebe, Umweltminister Jörg Vogelsänger, Ramona Pop, Berliner Senatorin (r)

Die erste der neuen Reinigungsanlagen erhält das Klärwerk Waßmannsdorf. Zwei zusätzliche Reinigungslinien und ein Mischwasserspeicher enstehen, um die steigenden Abwassermengen der wachsenden Region aufzufangen. Ergänzt wird der Ausbau durch Technik, die Phosphor besser entfernt. Insgesamt werden an der südlichen Landesgrenze Berlins bis 2024 rund 275 Millionen Euro investiert.

Foto: Benjamin Pritzkuleit, Berliner Wasserwerke

Mit einem ersten Spatenstich haben die Berliner Wirtschaftssenatorin Ramona Pop, Brandenburgs Umweltminister Jörg Vogelsänger und Wasserbetriebe-Vorstandschef Jörg Simon den Startschuss für das größte Investitionsprojekt des Unternehmens gegeben. In Sichtweite des Schönefelder Flughafens wächst das Klärwerk um zwei auf zehn Beckenlinien. Zudem erhält es als zusätzliche, vierte Reinigungsstufe eine Flockungsfiltration zur weitergehenden Phosphorreduzierung sowie einen 50.000-Kubikmeter-Speicher, in dem bei starkem Regen Abwasser „geparkt“ und so vor dem Überlauf in die Spree bewahrt werden kann.

„Nachhaltige Wasserwirtschaft ist ein Markenzeichen Berlins“, bekräftigt Ramona Pop, Berliner Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe. „Die Berliner Wasserbetriebe arbeiten intensiv daran, die Qualität der Gewässer zu schützen und zu verbessern. Sie stärken damit auch die regionale Wirtschaft und leisten als Landesunternehmen großartige Arbeit – mit dem Bau des Mischwasserspeichers für Starkregen-Ereignisse auch für die Klimafolgenanpassung.“

„Die Berliner Wasserbetriebe sind in unserer gemeinsamen Region traditionell ein verlässlicher Kooperationspartner für die Kommunen und Verbände“, so Brandenburgs Umweltminister Jörg Vogelsänger. Zudem sichere die Reinigung in den Berliner Klärwerken optimalen Umweltschutz.

Jörg Simon, Vorstandsvorsitzender der Berliner Wasserbetriebe, verweist darauf, dass alle Klärwerke des Unternehmens bis 2027 mit einer zusätzlichen Reinigungsstufe ausgerüstet würden: „Damit schaffen wir klare Verhältnisse für unsere Gewässer und setzen Wasserrahmenrichtlinie der EU für Berlin um.“

Den Investitionsentscheidungen waren umfangreiche Forschungsprojekte zur Ermittlung der optimalen Technologien in Bezug auf Reinigungsleistung, Energie- und Kostenaufwand sowie politische Abstimmungen mit den Behörden in Berlin und Brandenburg vorausgegangen.

Während die bevorstehende Erweiterung des Klärwerks Waßmannsdorf vor allem der besseren Phosphorreduzierung dient, sind die bestehenden Beckenlinien der Anlage von 2012 bis 2016 bereits zugunsten einer besseren Entfernung von Stickstoff umgebaut worden. Beide Elemente sind als Nährstoffe in Gewässern unerwünscht, weil sie dort Algen wachsen lassen und das Wasser trüben. Rund 1,2 Millionen Berliner und 120.000 Brandenburger vertrauen heute ihr Abwasser dem Klärwerk Waßmannsdorf an. Täglich werden in Waßmannsdorf bis zu 180.000 Kubikmeter Abwasser gereinigt.

Zum Unternehmen

Die Berliner Wasserbetriebe und ihre rund 4.500 Mitarbeiter liefern jährlich aus neun Was-serwerken rund 200 Millionen Kubikmeter bestes Trinkwasser und reinigen pro Jahr in ihren sechs Klärwerken ca. 265 Millionen Kubikmeter Abwasser. Dazwischen liegen fast 19.000 Kilometer Rohr- und Kanalnetze. Damit ist das Unternehmen Deutschlands Branchenprimus, der auf 160 Jahre Tradition zurückblickt.

 
 

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