Sonntag Morgen, der zweite April 2017. Das erste fast sommerliche Wochenende in Brandenburg macht die Menschen wach und munter. Jörg Vogelsänger (MdL) hat sich vorgenommen, einige Veranstaltungen in seiner Region zu besuchen. (Text und Fotos: Hajo Guhl)
Erste Station, das Bürgerhaus in Hangelsberg
Rund 70 Delegierte der Berliner und Brandenburger Kaninchen-Züchter haben sich Punkt 10:00 Uhr versammelt. Der vereinte Landesverband tagt und hat 13 Tagesordnungspunkte vor sich. Das Maskottchen der Hangelsberger Züchter, natürlich ein überdimensioniertes Kaninchen im Flauschgewand, bringt die Ehrenfahne herein.
Jörg Vogelsänger erhält das Wort, berichtet kurz 2600 Verbandsmitgliedern (zehn Prozent Jugendliche) von den Erfolgen der Vereine. Immerhin kommen sie auf 145 Ausstellungen pro Jahr. Übergibt eine Zuwendung in Höhe von 6492 Euro für die Arbeit der Vereine und Verbandes und entschuldigt sich.
Knapp zehn Zuchterfolge, alles Rassekaninchen, die im Foyer des Bürgersaales in ihren Käfigen zur Schau stehen, kümmerts wenig. Obwohl sie sehr neugierig sind.
Weiter nach Rüdersdorf.
Zum Industrie Museum Abteilung Kalk- und Zementwerke. Die Ausstellung zur Frühgeschichte von Industrialisierung eröffnet die Saison. Nahe alter Brennöfen-Batterien flattern etliche Luftballons in die Höhe. Einige Senioren der Zunft treten in ihren Standestrachten an. Viele alte Kumpel sind zum Festtag gekommen. Der Bergbau hat sie geprägt, ihr Bergbau Verein 1990 kümmert sich um den Erhalt der Industrieschätze.
Die Bauten haben etwas von einer Festungsanlage. Durch einen alten Tunnel, der einmal als Kanal zum Treideln von Frachtkähnen diente, die ihre Ladung ins nahe Berlin brachte, geht’s es auf die Seite zur „Kalk-Grube“. Jörg Vogelsänger und SPD-Bundestagskandidat Stephen Ruebsam folgen dem Mann in der schwarzen Bergbau-Tracht. Sie stehen vor dem Steinbruch. Ein gähnendes Loch von Dutzenden vom Metern Tiefe und etlichen hunderte Metern in die Ferne. Eine Größe bei der die Proportionen verschwimmen. Zu DDR-Zeiten war die Grube voller Wasser. Das wird jetzt abgepumpt. Kalk noch über Jahrzehnte abgebaut. Gebaut wird eben immer.
Dritte Station Woltersdorfer Schleuse
Einst wurde sie für die kalkbeladenen Kähne gebaut. Die Verbindung ist geblieben. Die Schleuse selbst ist zur Zeit leer. Das Wasser ist abgepumpt. Die Anlage wird gerade saniert.
Wir nähern uns Erkner
Es geht zu den Chemikern. Der Verein heißt „KuCk“ und hat an der Beust- Ecke Friedrichstraße ein kleines Büro mit sehenswerten Exponaten. Sie halten die Chemietradition von Erkner hoch.
Der Wunderstoff hieß Bakelit und beherrschte für fast ein halbes Jahrhundert die Welt der Kunststoffe, ehe Polyester, PVC und Polyurethan ihren Siegeszug antraten.
Eine Bakelit-Taschenlampe hat die Flucht nach 45 überlebt und ist jetzt sauber poliert in einer Vitrine zu bewundern.
Eine größere Ausstellung über den „Chemiestandort Erkner“ ist im Dachgeschoss des Heimatmuseum von Erkner zu sehen.
Die meisten der Vereinsmitglieder haben das Seniorenalter erreicht, aber der Forschungsdrang des Chemikers scheint ihnen geblieben. Zum Treffen an diesem Sonntagmittag surrt und zerrt ein sogenannter 3D-Drucker im Vorraum vor sich. Er werkelt an einem kleinen Plastik-Chip vor sich hin. Schicht für Schicht trägt die Maschine eine gelbe Kunststoffmasse auf. Dann ist das kleine Teil fertig. Auf den ersten Blick erscheint das als Spielerei. Doch in der Vitrine daneben stehen etliche hochwertige Teile zur Schau. Darunter der Turm eines Schachspiels. Er wäre auf dem Feld ein Schmuckstück. 3D-Drucker werden nicht nur die industrielle Fertigung von Kunststoffteilen revolutionieren. Die Erkneraner Chemiker-Riege um Fritz Kretschmer und Karl-Heinz Degen will schließlich wissen, wie das funktioniert.
Blumen für Kerstin
Jörg Vogelsänger hat sein Tagespensum
geschafft. Der Rest des Tages gehört der Familie. Schnurstracks überquert er die Straße.
Zwei Töpfe mit gelben Osterblumen für seine Frau Kerstin müssen es sein. Wie gesagt, der Rest des Tages...
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