Die Frage: Wie sieht’s mit Bio aus Brandenburg aus?

Veröffentlicht am 28.06.2018 in Landwirtschaft

Was kann ein Land wie Brandenburg für die Produktion, Verarbeitung und Vermarktung heimischer Agrarprodukte tun? Der Spagat zwischen Billig und Bio und ein harter Wettbewerb wird tagtäglich in Supermärkten und Discountern aber auch auf Wochenmärkten ausgetragen. Agrarminister Jörg Vogelsänger stellte am Donnerstag im Brandenburger Landtag die Antworten auf die Große Anfrage Nr. 30 der Fraktion die Grünen vor. Insgesamt 122 Fragen galt es, zu beantworten.

„Ich meine, dass wir mit der Beantwortung der Großen Anfrage ein aktuelles Update in der Hand haben, wo wir in Sachen Regionalvermarktung derzeit stehen“, meinte Jörg Vogelsänger eingangs. Aber im Grunde genommen gehe es um Anreize für Agrarwirtschaft und Lebensmittel-Verarbeiter Rohstoffe wirtschaftlich zu produzieren, weiter zu verarbeiten zu. Darum gehe es:

  • ob Landwirte in Brandenburg die Chance und einen Anreiz haben, pflanzliche und tierische Agrarrohstoffe zu produzieren

  • ob wir für unser Ernährungshandwerk und für die Lebensmittelbranche die Weichen auf Wachstum und Verarbeitung richtig stellen

  • ob die Vermarktung der hier erzeugten Lebensmittel zu Preisen erfolgen kann, die es den Betrieben ermöglichen, Gewinne zu erzielen und den Beschäftigten ein auskömmliches Lohnniveau zu sichern.

Jörg Vogelsänger sieht viele Maßnahmen bereits umgesetzt oder erfolgreich in Planung:

  • Bereits 2013 wurde durch die Novellierung der „Kantinenrichtlinie“ der Anteil regionaler Produkte erhöht.

  • Die Richtlinie „Marktstrukturverbesserung“ ist neu in Kraft gesetzt.

  • Wir haben pro-agro-Qualitätsprogramme, die Regionalmarke VON HIER und das Markenzeichen „natürlich Brandenburg.

  • Das Brandenburger Schulobstprogramm wird fortgesetzt.

  • Die Gartenbaukonzeption ist erarbeitet, ein Maßnahmenpaket wird folgen.

  • Projekte der europäischen Innovationspartnerschaft beschäftigen sich intensiv mit Fragen rund um den Gartenbau sowie dem Obst- und Gemüseanbau im Land Brandenburg.

  • Die Beraterrichtlinie wird auf den Weg gebracht, um dafür zu sorgen, dass die Angebote möglichst breit angenommen werden.

Es gehe längst nicht mehr um die reine Bereitstellung von Fördermitteln. Es gehe auch um Wertschätzung für Lebensmittel und Wissen um Lebensmittel. Vogelsänger: „Gerade wenn man mit Landwirten spricht, stellen diese immer wieder fest, dass sie bei der Arbeit auf dem Feld oder im Stall von einigen als Störfaktor wahrgenommen werden. Auch das zeigt die Größe der Aufgabe, wenn wir ehrlich über Regionalprodukte reden“.

In dieser Situation seien die Verbraucherinnen und Verbraucher wichtige Verbündete. Der Erfolg Brandenburger Agrarprodukte sei in wesentlichen Teilen auch der Verbundenheit der Berliner und Brandenburger mit ihrer Heimatregion zu verdanken. Der Absatzmarkt Berlin-Brandenburg biete grundsätzlich ein enormes Potential, aber dieser Markt sei heiß umkämpft und die heimischen Produzenten müssten sich im Verdrängungswettbewerb behaupten.

„Dazu bedarf es vermarktungsfähiger regionaler Produkte, das betrifft sowohl die konventionelle wie auch die Bio-Produktion abseits des Massenmarkts“, so Vogelsänger. „Es gibt eine Vielfalt von Unterstützungsmaßnahmen in Förderprogrammen für landwirtschaftliche Unternehmen. Die unternehmerische Entscheidung kann auch ein Minister Niemandem abnehmen.“ Die wichtigsten Entscheider blieben aber letztlich die Verbraucherinnen und Verbraucher.

Hintergrund: fehlende Erfahrung als Hindernis

Aus Problemanalysen ist bekannt, dass es nicht allein am Geld und am Willen von Produzenten und Verbrauchern liegt. Im EIP-Projekt Bio-Gemüse schätzen die Antragsteller, die Fördergemeinschaft Ökologischer Landbau, die Situation selbst ein:

Die Nachfrage nach regionalem Bio-Gemüse in der Hauptstadtregion ist seit Jahren enorm und steigt weiter (u.a. durch Außer-Haus-Verpflegung). Obwohl die Chancen für regionale Betriebe und nachgelagerte Wertschöpfungsstufen offensichtlich sind, hat der Bio-Gemüsebau in Brandenburg bisher kaum eine Bedeutung (Anbaufläche nur 380 Hektar). Die Gründe sind vielfältig: Mangelnde Produktionserfahrung, fehlende Transparenz von Angebot und Nachfrage, ineffiziente Lager- und Logistiksysteme sowie fehlende Vorverarbeitungskapazitäten. Mit dem Projekt werden diese Barrieren überwunden und vorhandene Wertschöpfungspotenziale für Betriebe und nachgelagerte Wertschöpfungsstufen erschlossen. Mit 1,3 Millionen Euro fördert die Landesregierung dieses Projekt. Das Wissen wird aber erst in einigen Jahren zur Verfügung stehen.

 
 

Für Sie vor Ort

Bürgerbüro NEUENHAGEN
Sprechzeiten
Dienstag    14:00 - 18:00 Uhr
Mittwoch   14:00 - 18:00 Uhr
Freitag          9:00 - 12:00 Uhr

Ernst-Thälmann-Straße 32A
15366 Neuenhagen bei Berlin
Telefon 03342/ 212 446
E-Mail wk(at)joergvogelsaenger.de

Bitte verabreden Sie rechtzeitig
einen Termin mit Ihrem
Landtagsabgeordneten Jörg Vogelsänger

Wo ist was los?

Alle Termine öffnen.

30.04.2026, 17:00 Uhr - 23:59 Uhr Tanz in den Mai
 

01.05.2026, 08:00 Uhr - 18:00 Uhr Tag der Arbeit
“Erst unsere Jobs, dann eure Profite” ist Motto des Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) zum 1. Mai 2026. …

02.05.2026, 15:00 Uhr - 17:00 Uhr Fußball Herren, Landesliga Süd Brandenburg
Bitte beachten Sie den aktuellen Anpfiff eines Spiels FV Erkner 1920 – 1.FC …

Alle Termine

Brandenburg Koalitionsvertrag

Der Koalitionsvertrag im Wortlaut

Nachrichten

30.03.2026 18:07 Nina Scheer zur Reaktivierung von Kohlekraftwerken
Eine verlängerte Nutzung von Kohlekraftwerken nach 2038 wäre weder notwendig noch sinnvoll Die Erneuerbaren sind die sauberste, sicherste und kostengünstigste Form der Erzeugung.  Es bedarf allerdings nun auch des entschlossenen Willens der Koalition und der federführenden Bundeswirtschaftsministerin, die gesetzlichen Hebel weiter auf eine systemische Umstellung zur Nutzung Erneuerbarer Energien zu stellen. „Eine verlängerte Nutzung von… Nina Scheer zur Reaktivierung von Kohlekraftwerken weiterlesen

25.03.2026 17:51 Jakob Blankenburg zum Klimaschutzprogramm
67 Maßnahmen, sieben Ministerien, ein Klimaschutzprogramm Die aktuelle Weltlage mit Konflikten, die sich massiv auf unsere Energieversorgung auswirken, zeigt eindeutig: Wir müssen schnell unabhängig von fossilen Energieträgern werden. Das heute von Bundesumweltminister Carsten Schneider vorgelegte Klimaschutzprogramm zeigt einen fairen Weg zur Erreichung der Klimaziele 2030 sowie für mehr Versorgungssicherheit auf. „Dieses Klimaschutzprogramm ist für die… Jakob Blankenburg zum Klimaschutzprogramm weiterlesen

25.03.2026 17:50 Eine notwendige strategische Perspektive für die Zukunft unseres Wirtschaftsstandorts
Ich begrüße die Impulse von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil ausdrücklich. Deutschland steht an einem Wendepunkt. Wir brauchen ein neues Wirtschaftsmodell: eines, das konsequent auf Innovation setzt, technologische Führerschaft ermöglicht und zugleich dafür sorgt, dass Wohlstand in der Breite der Gesellschaft ankommt. „Innovation und Gerechtigkeit sind die Grundlage für nachhaltiges Wachstum und breiten Wohlstand in Deutschland. Deshalb… Eine notwendige strategische Perspektive für die Zukunft unseres Wirtschaftsstandorts weiterlesen

11.02.2026 21:41 Dagmar Schmidt zum Behindertengleichstellungsgesetz
Barrierefreiheit nützt uns allen Die Bundesregierung treibt die Barrierefreiheit voran: Das Kabinett hat am Mittwoch eine Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes auf den Weg gebracht. SPD-Fraktionsvizin Dagmar Schmidt spricht von einem wichtigen Schritt. „Der Gesetzentwurf zur Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes bedeutet einen wichtigen Schritt hin zu einer inklusiveren Gesellschaft. Er stärkt die Rechte von Menschen mit Behinderungen und… Dagmar Schmidt zum Behindertengleichstellungsgesetz weiterlesen

11.02.2026 21:39 Stefan Zierke zur Entwicklung im Deutschlandtourismus
Rekord im Tourismus – Strategie, gute Arbeit und verlässliche Politik zahlen sich aus Stefan Zierke, tourismuspolitischer Sprecher: Der Deutschlandtourismus erreicht mit 497,5 Millionen Gästeübernachtungen einen neuen Rekord. Klare Strategie, engagierte Beschäftigte und verlässliche Politik sorgen für Wachstum, stärken die Betriebe und sichern gute Arbeit – für einen wirtschaftlich starken, sozial gerechten und nachhaltigen Tourismus in allen… Stefan Zierke zur Entwicklung im Deutschlandtourismus weiterlesen

Ein Service von info.websozis.de