Europäer sollen künftig kostenfrei auf öffentlichen Plätzen, in Parks, Bibliotheken oder Kliniken ins Internet gelangen. Denn die Europäische Union will den Kontinent schon bald mit einem Netz von Zugangspunkten für ein superschnelles Internet überziehen.
„Wifi4EU“ heißt das Projekt, das Bürgern unabhängig von Wohnort und Einkommen einen WLAN-Zugang zum schnellen Internet verschaffen soll. Das EU-Parlament hat in Straßburg entsprechenden Plänen Mitte September 2017 zugestimmt. Die Gemeinschaft erhofft sich damit einen Schub für den digitalen Binnenmarkt.
Die Bürger sollen sämtliche Wifi4EU-Hotspots in Europa nutzen können. Sie müssen sich nur einmal in dem System anmelden. Sie können dann nicht nur in ihrer Heimatgemeinde schnell im Internet surfen, sondern auch auf Reisen in anderen Städten und Ländern.
An der Initiative können sich öffentliche Stellen beteiligen, beispielsweise Gemeindeverwaltungen, Bibliotheken oder Gesundheitszentren. WiFi4EU übernimmt die Kosten für Ausrüstung und Installation (Internet-Zugangspunkte), die öffentliche Stelle zahlt die Netzanbindung (Internetabonnement) und die Instandhaltung der Anlagen für mindestens drei Jahre. Auch im Ländlichen Raum. „Der Ablauf ist höchst einfach. Wir geben den Antragstellern einen Gutschein, mit dem sie die Verbindung einrichten können“, sagt der zuständige Berichterstatter im Europäischen Parlament, der sozialdemokratische Abgeordnete Carlos Zorrinho aus Portugal. Die Anträge für die Fördermittel sollen über eine Online-Plattform abgewickelt werden, die allerdings noch eingerichtet werden muss. Erste Infos gibt es hier!
Zunächst stellt die EU 120 Millionen Euro bereit. Damit sollen mehr als 5000 WLAN-Hotspots errichtet werden. Bis 2020 sollen die Zugangspunkte aufgebaut sein. Das Geld wird nach dem so genannten Windhund-Prinzip an die Antragsteller verteilt: Wer zuerst kommt, erhält den Zuschlag.