Glauer Tal: Aus Wald wird Wildgehege

Veröffentlicht am 15.02.2017 in Umwelt

Für den Besucher mag das kein großer Unterschied sein. Dem Wild ist es vollkommen gleichgültig. Doch formal hat es Bedeutung. Mit Unterstützung des Brandenburger Forstministeriums wurden zentrale Bereiche des Wildparks Glauer Tal juristisch langfristig gesichert.

Das insgesamt 160 Hektar große Areal mit seinen zahlreichen Wanderwegen wird jetzt rechtlich zu einem umzäunten Tiergehege umgewidmet. Denn nach den Bestimmungen des Bundeswaldgesetzes und aller deutschen Landeswaldgesetze ist die Nutzung einer Fläche als Tiergehege (Zoo, Wildpark) nicht gleichzeitig mit der Eigenschaft eines Waldes vereinbar. Als Ersatz für die Entlassung der Flächen aus der Waldeigenschaft müssen die Betreiber an anderer Stelle auf 21 Hektar neuen Wald nachweisen.

Brandenburgs Forstminister Jörg Vogelsänger: „Das Beispiel Glau zeigt, dass die Herstellung rechtssicherer Zustände gut gelingen kann, wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen. Mit der Überführung dieser Flächen in die Nutzungsart als Wildpark beziehungsweise Wildgehege wurde nun ein zukunftsfähiger Zustand hergestellt.“

Der Grund für die juristische Änderung: Waldflächen in Tiergehegen werden in der Regel intensiv genutzt, so dass der Aufbau einer waldtypischen Bestands Flora und Fauna verhindert wird. Das Recht für die Bürger, „ihren“ Waldes frei und unentgeltlich zu betreten, wird bei den eingezäunten Flächen nicht gewährleistet. Die Verfassung des Landes Brandenburg sieht für Wald ebenso einen freien Zugang vor wie für Seen.

Besserer Blick auf Wildtiere

Im angrenzenden Wildgehege Glauer Tal wirken auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Rotwild, Damwild und Muffelwild als natürliche Rasenmäher. Diese Beweidung drängt Büsche zurück und erhält die offenen Lebensräume. Besucher des Wildgeheges sollen und können so die Wildtiere auf verschiedenen Wanderwegen besser beobachten.

Lust auf einer Wanderung? Wildgehege am Naturparkzentrum Glauer Tal, Blankensee, Glauer Tal 1, 14959 Trebbin, Telefon: 033731/ 70 04 60 Fax: 033731/ 70 04 61, Mail: mail@besucherzentrum-glau.de; geöffnet täglich von 10 bis 17 Uhr

 
 

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