
Ein wenig exotisch wirkten sie schon am Sonnabend Vormittag auf der Grünen Woche im Januar 2016. Die Herren in ihren dunklen Anzügen und Damen in den Kostümen schlängelten sich vorbei an bunt gekleideten Familien, Häppchen-Naschern und Sammlern von Katalogen, Prospekten und Werbegeschenken. Eine Delegation, die jedoch ihren berechtigten Platz auf der internationalen Landwirtschaftsmesse hatte. Brandenburgs Landwirtschaftsminister hatte seine Kollegen aus den angrenzenden Nachbar-Wojewodschaften zu Gast.
Von der Brandenburghalle (21A) ging es zu den Ständen Polens Halle 11.2). Dort nahmen sie nach einem Rundgang Platz zum „zweiten Frühstück“. Polnische Gastfreundschaft eben. Es gab Pirogen, Wurst- und Schinkenspezialitäten, Frischkäse, Tee und zum Anstoßen einen Kräuterlikör. Kompliment an die Polnische Küche.
Die Delegation hatte es in sich. Brandenburgs Agrar- und Umweltminister Jörg Vogelsänger empfing nämlich Delegationen aus den drei Partner-Wojewodschaften Brandenburgs – Westpommern (Zachodrino Pomorskie), Lebuser Land (Lubuskie) und Großpolen Wielkopolska) empfangen. Man kennt sich und man schätzt sich als gute Nachbarn, die viel verbindet. Entsprechend locker gingen die Teilnehmer miteinander um. Eine über 25 Jahre gewachsene Freundschaft eben. So soll es auch bleiben.
Die Delegation der Wojewodschaft Westpommern führte Vizemarschall Jarosław Rzepa an.. Vizemarschall Stanislaw Tomczyszyn leitete die Gruppe aus der Wojewodschaft Lebuser Land. Für den kurzfristig erkrankten Vizemarschall Krzysztof Grabowski der Wojewodschaft Großpolen übernahm der Leiter der Abteilung Landwirtschaft und Ländliche Entwicklung, Marek Beer, die Delegation.
„Als Brandenburger wissen wir ganz besonders, wie wichtig für Polen und Deutschland enge partnerschaftliche Beziehungen sind“, erklärte Jörg Vogelsänger. „Die Kontinuität in den Fachkooperationen und die Unterstützung deutsch-polnischer Gemeinschaftsprojekte erfüllt dieses Anliegen zum Wohl der Menschen und der Entwicklung der gemeinsamen Grenzregion.“
Es freut Vogelsänger sehr, dass es im Jahr 2015 gelungen sei zu den Themen Regionalvermarktung, regionaler Weinbau und Tourismus im ländlichen Raum durch die Umsetzung von Förderprojekten weitere Partner ins Boot zu holen. Die gemeinsamen Themen hatten Polen und Deutsche vor dem Rundgang durch die Hallen im Konferenzraum des Landwirtschaftsministeriums auf der Grünen Woche besprochen. Zu den Themen gehörten:
- Die Delegation aus Westpommern interessierte der weitere Ausbau des Grenzflusses Oder – sowohl aus der Sicht der Binnenschifffahrt wie auch für den Wassertourismus.
- Für die Entwicklung von grenzüberschreitenden touristischen Angeboten wurde die Zusammenarbeit zwischen den Verwaltungen des Nationalparks Unteres Odertal und das auf polnischer Seite angrenzenden Landschaftsparks als vorbildlich angesehen.
- Das auf deutscher Seite existierende touristische Wegeleitsystem soll zukünftig mit den Angeboten in Polen vernetzt werden. Von großem Interesse ist für beide Seiten die Nutzung der Grenzgewässer für das Freizeitangeln.
- Die Vertreter der Wojewodschaft Großpolen hatten eine engere Zusammenarbeit im Bereich des ökologischen Landbaus und der Vermarktung ökologischer Produkte auf die Tagesordnung gesetzt. In Planung sind Projekte für einen regionalen Weinbau mit den Partner-Wojewodschaften unter Nutzung von EU-Mitteln.
- Immer aktuell die Kooperation im Bereich Umweltschutz und der Hochwasservorsorge.
- Grundlage der Kooperation ist das 2015 verabschiedete mehrjährige Arbeitsprogramm des Brandenburger Agrar- und Umweltministeriums mit den drei Partnerwojewodschaften bis 2019. Konkrete Maßnahme sind in Vorbereitung.
- In die grenzüberschreitenden Kooperationsprojekte der Landwirtschaft und der Ländlichen Entwicklung werden auch Interessenverbände und Unternehmen einbezogen.