Der Landtag hat über die angespannte wirtschaftliche Lage vieler Fischereibetriebe in Brandenburg debattiert und Handlungsempfehlungen an die Landesregierung beschlossen.
Der Landtag hat über die angespannte wirtschaftliche Lage vieler Fischereibetriebe in Brandenburg debattiert und Handlungsempfehlungen an die Landesregierung beschlossen.
„Wir wollen in Brandenburg eine wirtschaftlich stabile und leistungsfähige Fischereiwirtschaft sichern, erklärte der SPD-Umweltexperte Wolfgang Roick. Wir wollen die großen Potenziale für Fischerei und Aquakultur im Land nutzen und einen ausgewogenen Interessenausgleich zwischen ökonomischen Belangen und den Zielen des Natur- und Artenschutzes.
„Fischerei und Teichwirtschaft gehören im Land Brandenburg zu den ursprünglichsten Formen der nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen und sind unverzichtbar“, betont Agrar- und Umweltminister Jörg Vogelsänger. „Die Wertschöpfung aus der Produktion und Vermarktung des hochwertigen Lebensmittels Fisch schafft beziehungsweise erhält Arbeitsplätze, besonders in strukturschwachen Regionen des ländlichen Raumes.“
Wolfgang Roik weiter: „Geprüft werden soll auch die Bildung eines Entschädigungsfonds zum Ausgleich von Schäden durch geschützte Tierarten wie etwa Silberreiher, Kormoran oder Fischotter in Teichwirtschaften. Gemeinsam mit der Forschung und dem Berufsstand soll eine Agenda 2030 zur konzeptionellen Entwicklung und Stärkung der Fischerei im Land Brandenburg erarbeitet werden“.
Der Gewässerreichtum des Landes gehört zur märkischen Identität. Brandenburg verfügt über 3.000 Seen, die größer als ein Hektar sind, und über 32.000 Kilometer Fließgewässer.
Die Zahl der Fischereibetriebe im Haupterwerb hat sich seit 2011 zwischen 125 und 135 stabilisiert. In diesen Unternehmen sind rund 700 Mitarbeiter im Vollerwerb beschäftigt. Für den Bereich der Nebenerwerbs- und Hobbyfischerei ist nach Schätzungen des Agrar- und Umweltministeriums von etwa 250 bis 350 Personen auszugehen. Der Jahresbericht zur Deutschen Binnenfischerei und Binnenaquakultur verzeichnet in Brandenburg im Jahr 2014 außerdem 140.000 Angelscheininhaber.
Mit rund 17,3 Millionen Euro EU- und Landesmittel werden in den Jahren bis 2020 mehr Projekte aus dem Europäischen Fischereifonds EMFF unterstützt als in der vergangenen Förderperiode.
In der EU-Förderperiode 2007 bis 2013 stellte das Land Brandenburg den Unternehmen der Fischerei und Aquakultur 11,7 Millionen Euro aus EU- und Landesmitteln zu Verfügung. In der abgelaufenen Förderperiode konnten mit den bereitstehenden Mitteln 267 Vorhaben gefördert werden. Schwerpunkte bildeten die EU-Aal-Verordnung mit 4,9 Millionen Euro und die Umweltmaßnahmen in der Teichwirtschaft mit rund 3,8 Millionen Euro.
Das Institut für Binnenfischerei Sacrow hat sich als bedeutender Standort der Fischereiforschung weit über Brandenburg hinaus einen guten Ruf erworben. Das Institut wird in vielfacher Weise vom Land Brandenburg unterstützt, auch mit Mitteln des Landeshaushalts in Höhe von rund 520.000 Euro.
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