Kaviarfisch schwimmt wieder in Brandenburgs Flüssen

Veröffentlicht am 04.05.2015 in Umwelt

Junge Störe kommen wieder in die Havel. Umweltminister Jörg Vogelsänger ist bei der feierlichen Aktion dabei.

Wer heute an Stör denkt, meint meist Kaviar aus Persien oder Russland. Dabei ist der Knochenfisch ein 200 Millionen Jahre altes lebendes Fossil, das bis in die Dreißiger Jahre des letzten Jahrhunderts auch in brandenburger Flussläufen anzutreffen war. Jetzt sollen die "Acipenseridae" wieder heimisch werden. Viel Geduld ist notwendig.

Brandenburgs Agrar- und Umweltminister Jörg Vogelsänger hat gemeinsam mit Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs, Jörn Gessner vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei sowie zahlreichen Potsdamer Schülern 250 junge Störe in der Havel ausgesetzt. Von dort treten die Fische ihre große Reise in Richtung Nordsee an.

„Das Wiederansiedlungsprojekt ist ein wirksamer Beitrag zum Artenschutz“, sagte der Minister. „Doch es ist bis zum Aufbau einer stabilen, sich selbsterhaltenden  Population noch ein langer Weg. Wissenschaftler wie auch Fischer und Angler müssen sehr viel Geduld und die jungen Störe viel Glück auf ihrer langen Reise haben, ehe der erste reguläre Fisch geangelt werden kann.“

Störe gehören – nicht zuletzt wegen des Kaviars – zu den meistbegehrten, zugleich aber auch zu den am meisten gefährdeten Speisefischen. Grund hierfür sind ihr langer Lebenszyklus und ihre vielfältigen Lebensraumansprüche. Nachdem sie fast ein halbes Jahrhundert aus unseren Flüssen verschwunden waren,  sollen die Fische nun wieder in Brandenburg heimisch werden. Dies wird aber noch Jahrzehnte dauern. „Die Wiederansiedlung des Störs gelingt nur, wenn Besatzmaßnahmen wie die heutige kontinuierlich weitergeführt werden“, sagt Vogelsänger.

Jahrelange Reise in Richtung Atlantik und zurück

Die markierten Tiere sollen von hier aus ihre Reise in die Nordsee antreten, von der sie nach etwa 15 Jahren zum ersten Mal zum Laichen in ihre neuen Heimatgewässer zurückkehren werden. Der Landesfischereiverband Brandenburg ist als Projektpartner mit im Boot: Die intensive Zusammenarbeit mit den Berufsfischern und Anglern ermöglicht das Monitoring der Störe. Mit der Markierung ist auch die Bitte an die Fischer verbunden, zufällig gefangene Tiere schonend zurückzusetzen und die Fänge zu melden.

Diese Fangdaten helfen wiederum Wissenschaftlern am Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei, die Wanderungen und das Wachstum der Tiere nachzuvollziehen und geben so wichtige Informationen über den Erfolg des Wiedereinbürgerungsprogramms. Aktuell untersuchen die Forscher vor allem Parameter zur Lebensraumnutzung der Tiere, die Auswirkung von Umweltfaktoren und die Identifizierung von Gefährdungspotenzialen.

200 Millionen Jahre alte Vorfahren

Der Stör ist ein Fisch mit gleich mehreren Superlativen: Er ist der größte europäische Wanderfisch – ein Wanderer zwischen Flüssen, Seen und Meeren und in Anbetracht seiner Evolutionsgeschichte auch ein Wanderer zwischen den Welten. Als lebendes Fossil besiedelt er bereits seit 200 Mio. Jahren die Erde. Er kann, wenn man ihn lässt, auf eine Länge von bis zu fünf Metern heranwachsen und ist damit unser größter Süßwasserfisch. Schließlich kann er auch ein beeindruckendes Lebensalter aufweisen. Über einhundert Jahre alte Tiere wurden schon nachgewiesen.

Die heute bekannten 27 Arten sind fast alle gefährdet oder vom Aussterben bedroht. In vielen Fällen ist das Überleben nur noch durch die Nachzucht in Haltung möglich.

Der letzte Stör soll in Berlin 1868 an der Kurfürstenbrücke gefangen worden sein. An der unteren Havel wird von Einzelfängen noch bis in die 1930er Jahre berichtet, ehe Wehranlagen diesem Wanderfisch den Weg versperrten.

Bundesweiter Forschungsverbund

Für die Wiedereinbürgerung des Störs haben sich bundesweit Wissenschaftler, Praktiker, Vereine und Behörden zusammengeschlossen. Im Zuge der Verbesserung der Wasser- und Gewässerqualität wurde auch mit Versuchen und Projekten zur Wiederansiedlung des Störs begonnen. Seit Mitte der 1990-er Jahre ist am Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei in Berlin ein Laichfischbestand des Europäischen Störs im Aufbau. Die Tiere stammen ursprünglich aus einem Restbestand in der Gironde in Frankreich. Im Jahr 2008 erfolgte der erste Stör-Besatz an der Elbe bei Lenzen. Seitdem wurden 18.000 kleine Störe in die Elbe und ihr Einzugsgebiet besetzt.

 
 

Für Sie vor Ort

Bürgerbüro NEUENHAGEN
Sprechzeiten
Dienstag    14:00 - 18:00 Uhr
Mittwoch   14:00 - 18:00 Uhr
Freitag          9:00 - 12:00 Uhr

Ernst-Thälmann-Straße 32A
15366 Neuenhagen bei Berlin
Telefon 03342/ 212 446
E-Mail wk(at)joergvogelsaenger.de

Bitte verabreden Sie rechtzeitig
einen Termin mit Ihrem
Landtagsabgeordneten Jörg Vogelsänger

Wo ist was los?

Alle Termine öffnen.

24.04.2026, 19:00 Uhr - 21:00 Uhr Zwangsvereinigung KPD und SED, 1946

30.04.2026, 17:00 Uhr - 23:59 Uhr Tanz in den Mai
 

01.05.2026, 08:00 Uhr - 18:00 Uhr Tag der Arbeit
“Erst unsere Jobs, dann eure Profite” ist Motto des Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) zum 1. Mai 2026. …

Alle Termine

Brandenburg Koalitionsvertrag

Der Koalitionsvertrag im Wortlaut

Nachrichten

30.03.2026 18:07 Nina Scheer zur Reaktivierung von Kohlekraftwerken
Eine verlängerte Nutzung von Kohlekraftwerken nach 2038 wäre weder notwendig noch sinnvoll Die Erneuerbaren sind die sauberste, sicherste und kostengünstigste Form der Erzeugung.  Es bedarf allerdings nun auch des entschlossenen Willens der Koalition und der federführenden Bundeswirtschaftsministerin, die gesetzlichen Hebel weiter auf eine systemische Umstellung zur Nutzung Erneuerbarer Energien zu stellen. „Eine verlängerte Nutzung von… Nina Scheer zur Reaktivierung von Kohlekraftwerken weiterlesen

25.03.2026 17:51 Jakob Blankenburg zum Klimaschutzprogramm
67 Maßnahmen, sieben Ministerien, ein Klimaschutzprogramm Die aktuelle Weltlage mit Konflikten, die sich massiv auf unsere Energieversorgung auswirken, zeigt eindeutig: Wir müssen schnell unabhängig von fossilen Energieträgern werden. Das heute von Bundesumweltminister Carsten Schneider vorgelegte Klimaschutzprogramm zeigt einen fairen Weg zur Erreichung der Klimaziele 2030 sowie für mehr Versorgungssicherheit auf. „Dieses Klimaschutzprogramm ist für die… Jakob Blankenburg zum Klimaschutzprogramm weiterlesen

25.03.2026 17:50 Eine notwendige strategische Perspektive für die Zukunft unseres Wirtschaftsstandorts
Ich begrüße die Impulse von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil ausdrücklich. Deutschland steht an einem Wendepunkt. Wir brauchen ein neues Wirtschaftsmodell: eines, das konsequent auf Innovation setzt, technologische Führerschaft ermöglicht und zugleich dafür sorgt, dass Wohlstand in der Breite der Gesellschaft ankommt. „Innovation und Gerechtigkeit sind die Grundlage für nachhaltiges Wachstum und breiten Wohlstand in Deutschland. Deshalb… Eine notwendige strategische Perspektive für die Zukunft unseres Wirtschaftsstandorts weiterlesen

11.02.2026 21:41 Dagmar Schmidt zum Behindertengleichstellungsgesetz
Barrierefreiheit nützt uns allen Die Bundesregierung treibt die Barrierefreiheit voran: Das Kabinett hat am Mittwoch eine Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes auf den Weg gebracht. SPD-Fraktionsvizin Dagmar Schmidt spricht von einem wichtigen Schritt. „Der Gesetzentwurf zur Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes bedeutet einen wichtigen Schritt hin zu einer inklusiveren Gesellschaft. Er stärkt die Rechte von Menschen mit Behinderungen und… Dagmar Schmidt zum Behindertengleichstellungsgesetz weiterlesen

11.02.2026 21:39 Stefan Zierke zur Entwicklung im Deutschlandtourismus
Rekord im Tourismus – Strategie, gute Arbeit und verlässliche Politik zahlen sich aus Stefan Zierke, tourismuspolitischer Sprecher: Der Deutschlandtourismus erreicht mit 497,5 Millionen Gästeübernachtungen einen neuen Rekord. Klare Strategie, engagierte Beschäftigte und verlässliche Politik sorgen für Wachstum, stärken die Betriebe und sichern gute Arbeit – für einen wirtschaftlich starken, sozial gerechten und nachhaltigen Tourismus in allen… Stefan Zierke zur Entwicklung im Deutschlandtourismus weiterlesen

Ein Service von info.websozis.de