Mehr Busse und Bahnen für das Land

Veröffentlicht am 24.10.2017 in Verkehr

„Neue Linien, mehr Züge, bessere Infrastruktur.“ So heißt das Motto des neuen Entwurfs zum Landesnahverkehrsplan 2018 und die Umsetzung der Mobilitätsstrategie 2030. Lesen Sie selbst:

Das Angebot im Regionalverkehr soll um acht Prozent wachsen und die Leistung von 31,5 Millionen Zugkilometern im Jahr 2016 auf etwa 34 Millionen Zugkilometer ab Dezember 2022 steigen“ erklärte Infrastrukturministerin Kathrin Schneider. Dazu: Bussen und Bahnen sollen besser in Takt fahren, WLAN kommt in die Zügen. Bahnhöfe werden barrierefrei gestaltet. VBB-Geschäftsführerin Susanne Henckel verspricht: „Mehr Sitzplätze in den Regionalverkehrszügen, mehr Platz für Kinderwagen, Rollstühle und Fahrräder. Mit dem WLAN in den Zügen sollen Fahrgastinformation verbessert werden.“

Neue Linien, mehr Züge

Die Untersuchungen zum ÖPNV 2030 haben gezeigt, dass auf vielen Linien Handlungsbedarf besteht. Gerade in den Hauptverkehrszeiten sind größere Kapazitäten erforderlich. Einige Beispiele:

  • Nauen-Berlin: vier Züge pro Stunde

  • Frankfurt(Oder)-Brandenburg an der Havel: drei Züge pro Stunde in der Hauptverkehrszeit (HVZ) (Region LOS gefettet)

  • Lübbenau-Berlin: 3 Züge pro Stunde in der HVZ

  • Bad Belzig-Berlin: 2 Züge pro Stunde

  • Neue Linienführung: Potsdam-Golm-Elstal-Berlin-Spandau-Gesundbrunnen

  • Neue Linien Flughafen BER-Oranienburg und Flughafen BER-Ludwigsfelde

  • Verlängerung Ostbahn RB 26 bis Berlin-Ostkreuz

  • Stundentakt RB 36 Eberswalde-Frankfurt (Oder)

  • Direktverbindung Finsterwalde-Berlin

  • Neuer IC Dresden-Rostock: Schnellere Verbindung Elsterwerda-Doberlug-Kirchhain -Flughafen BER-Berlin

Ausbau der Infrastruktur

Die deutliche Verbesserung des Angebots stößt auf einigen Strecken an die Grenzen der vorhandenen Infrastruktur. Diese Engstellen müssen schneller beseitigt werden. Dazu haben die Länder Brandenburg und Berlin sowie die Deutsche Bahn AG eine Rahmenvereinbarung unterzeichnet, um den Ausbau der Infrastruktur in acht Korridoren voran zu bringen:

  • Berlin-Spandau-Nauen

  • Potsdamer Stammbahn

  • Prignitz Express/Velten

  • RE 1 Brandenburg an der Havel-Berlin-Frankfurt (Oder)

  • Nordbahn/Heidekrautbahn

  • Berlin-Dresden/Rangsdorf

  • Berlin-Cottbus/Bahnhof Königs Wusterhausen

  • Engpassbeseitigung und Weiterentwicklung S-Bahnnetz 

Ausbau weiterer Strecken 

Notwendig ist auch der Ausbau weiterer Strecken. Beispielsweise wird derzeit auf der Linie RB 26 (Ostbahn), der Bahnhof Strausberg umgebaut. Errichtet werden ein Kombibahnsteig für den S-Bahn und Regionalbahnverkehr und ein elektronisches Stellwerk.

Die Gleisanlage wird so umgebaut, dass S-Bahn und Regionalbahn ab 2018 getrennt voneinander unterwegs sein werden. Ein neuer zweigleisiger Begegnungsabschnitt geht in diesem Jahr in Betrieb. Geplant ist der Neubau der Bahnbrücke über die Oder. Weitere Beispiele sind: 

  • Die Elektrifizierung der Strecke Cottbus–Görlitz und Cottbus-Forst

  • Ausbau der Strecke Wriezen–Frankfurt (Oder)

  • Ausbau der Strecke Berlin-Neustrelitz-Stralsund

  • Knotenausbau Ruhland

Anbindung des Flughafens BER

Mit der Eröffnung des BER wird die Schienenanbindung der Terminals 1 und 2 (BER und Schönefeld) sichergestellt. Dabei werden mehrere Betriebsstufen umgesetzt:

Ab Eröffnung BER: 

  • Jeweils alle 20 Minuten: S45 und S9 Berlin–Schönefeld–BER         

  •  Alle 30 Minuten: Flughafenexpress (FEX) Berlin Hbf-Ostkreuz-BER

  •  Jeweils alle 60 Minuten:

Dessau-Berlin-BER-Wünsdorf-Waldstadt

Nauen-Berlin-BER

Potsdam-Golm-BER-Königs Wusterhausen

Ab Dezember 2022:

  • Jeweils alle 20 Minuten: S45 und S9 Berlin-Schönefeld-BER    

  • Alle 30 Minuten: FEX Berlin Hbf.-Ostkreuz-BER

  • Jeweils alle 60 Minuten:

Wismar-Wittenberge-Berlin-BER

Potsdam-Golm-BER-Königs Wusterhausen

Potsdam-Berlin-BER

Eberswalde-Berlin-Ludwigsfelde

Oranienburg-Berlin-BER-Wünsdorf-Waldstadt

Dieses Angebot wird nach Inbetriebnahme der Dresdner Bahn, voraussichtlich 2025, noch einmal verändert: Der FEX wird dann von Berlin Hauptbahnhof über Südkreuz zum BER alle 15 Minuten verkehren und nur noch 20 Minuten Fahrzeit benötigen. Neben den Verbindungen aus Potsdam, Eberswalde, Ludwigsfelde, Oranienburg und Königs Wusterhausen ist dann auch ein Regionalexpress von Cottbus über den BER nach Berlin geplant.

Bahnhöfe: Bequemer und barrierefrei

In den vergangenen Jahren ist das Angebot für die Fahrgäste in den Zügen und auf den Bahnhöfen verbessert worden. Daran wird auch zukünftig gearbeitet. 

So soll die Höhe der Bahnsteigkanten weiterhin angepasst werden, um den barrierefreien Einstieg in die Waggons zu gewährleisten. Angestrebt werden durchgängig Höhen von 76 cm oder 55 cm, angepasst an die jeweils auf den Strecken eingesetzten Fahrzeuge. (Einstöckige oder Doppelstockwagen).

In den Zügen soll mehr Platz für die Beförderung von Rollstühlen, Fahrrädern, Kinderwagen und sperrigem Gepäck geschaffen werden. Dabei ist geplant, für Kinderwagen und Fahrräder bevorrechtigte Bereiche im Zug auszuweisen.

Geplant  ist auch der Einsatz von Fahrgastinformations- und Kommunikationsanlagen mit Echtzeitdaten auf Displays sowie Notrufeinrichtungen. Dabei sollen den Fahrgästen auch Echtzeitdaten zur Platzbelegung in den Waggons durch Personen und Fahrräder zukünftig am Bahnsteig und in den Onlinemedien zur Verfügung gestellt werden.

Kurze Umsteigezeiten zwischen Bussen und Bahnen sollen die Attraktivität des Angebots zu erhöhen. Die gute Verknüpfung beider Verkehrsträger wird vor allem mit PlusBussen erreicht.

Ausbau der Verbindungen nach Polen

Der Ausbau der Strecken zwischen Brandenburg und Westpolen soll ebenfalls erfolgen, Hierzu haben folgende Verkehrsverknüpfungen Priorität.

  • Berlin–Angermünde–Szczecin: zweigleisiger Ausbau, Elektrifizierung

  • Berlin–Küstrin-Kietz–Kostrzyn–Gorzów: Elektrifizierung, bedarfsgerechter Ausbau

  • Berlin–Frankfurt (Oder)–Poznań: Erhöhung des Angebots

  • Berlin–Frankfurt (Oder)–Zielona Góra: Erhöhung des Angebots

  • Berlin–Cottbus–Wrocław: Einrichtung einer täglichen Verbindung

Verkehrsministerin Kathrin Schneider und die Geschäftsführerin des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg GmbH (VBB), Susanne Henckel, haben am 23. Oktober 2017 in Potsdam den Entwurf zum Landesnahverkehrsplan 2018 vorgestellt. Damit begann auch das Beteiligungsverfahren: In den kommenden sechs Wochen können die Träger öffentlicher Belange, die Kommunen, die Verkehrsunternehmen und Verbände sowie die Bürgerinnen und Bürger zum Entwurf Stellung nehmen.

 
 

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