Moorschutz in Brandenburg: eine Zwischenbilanz

Veröffentlicht am 25.07.2017 in Umwelt

Seit dem Jahr 2014 läuft in Brandenburg ein Zehn-Punkte-Programm für den Moorschutz. Landesweit sollen bis zu zehn Prozent der Moorflächen wieder das werden, was sie einst waren: So soll die Artenvielfalt (Biodiversität) in Brandenburgs Feuchtgebieten erhalten bleiben. Entweder werden sie wieder ihrer natürlichen Entwicklung überlassen oder als Röhrichte, Erlenwald, Nasswiesen erhalten aber auch bewirtschaftet.

Revitalisierung aufgelassener Moore (nicht mehr bewirtschaftet) heißt das Schlagwort. Mit Landwirten und den Wasser-und Bodenverbänden wird die Rückkehr des ursprünglichen Wasserhaushaltes geplant. Sprich: Drainagen und andere Entwässerungen werden beseitigt. Die Landesregierung hat sich deshalb dafür eingesetzt, Moorschutzprojekte, die wie alle wasserbaulichen Vorhaben sehr kostenintensiv sind, auch mit europäischen Förderprogrammen, insbesondere den EU-Agrarfonds ELER zu fördern.

Schwerpunkte der Landesprogramme

  • Bei der landwirtschaftlicher Nutzung ist die ausschließliche Bewirtschaftung von Moorflächen als Dauergrünland das Ziel. Dafür gibt es Förderanreize.

  • Das Programm „Moorschonende Stauhaltung“ förderte im Jahr 2016 den Wasserhaushalt landwirtschaftlich genutzter Grünlandflächen auf 405 Hektar mit einer Summe von 156.620 Euro. Für 2017 liegen bereits Anträge für eine Fläche von 1.162 Hektar vor.

  • Die Umwandlung von Ackerland in extensives Grünland wurde 2015 auf 88 Hektar mit 114.000 Euro und 2016 auf 100 Hektar mit 130.750 Euro unterstützt.

  • Das EU-LIFE-Programm half zwischen 2010 bis 2015 in 14 Natura 2000-Gebieten (Naturschutzfonds Brandenburg) bei der Revitalisierung und Stabilisierung von Kalkmooren/Braunmoosmoore. Auf tausend Hektar (10.000.000 m²) wurden in den Landkreisen Barnim, Dahme-Spreewald, Märkisch-Oderland, Oberhavel, Oder-Spree und Uckermark Maßnahmen zum Erhalt beziehungsweise zur Wiederherstellung dieses speziellen Brandenburger Moortyps durchgeführt.

  • Aktuell laufen zwei Projekte, die im Rahmen der ELER-Richtlinie „Natürliches Erbe“ finanziert werden – der „Wasserrückhalt im Oberlauf Birkenallee“ durch den Wasser-und Bodenverband Calau und die „Reaktivierung von Quellmooren am Trämmersee“ durch den BUND Brandenburg.

  • Ausführliche Informationen unter: www.mlul.brandenburg.de – Naturschutz und Landschaftspflege – Themen A-Z – Arten- und Biotopschutz - Moorschutz

Moorschutz in Landeswäldern

In allen 14 Landeswaldoberförstereien werden seit dem Jahre 2010 kontinuierlich Moore erhalten oder wieder zum Leben erweckt. An bislang 269 Moorstandorten geht um Biotop- und Artenschutz, Begleitwuchs- und Mischungsregulierungen sowie Vor- und Unterbauten mit Laubholz. Bisher gingen insgesamt 2,49 Millionen Euro in die Moorflächen des Landeswaldes. Die Erfolgskontrolle erfolgt durch die Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) und natürlich auch durch den Landesbetrieb Forst Brandenburg selbst. Ausführliche Informationen unter: www.mlul.brandenburg.de – Forst und Jagd – Themen A-Z - Moorschutz

MoorFutures: Alle können etwas tun

MoorFutures richten sich an private Personen oder Firmen, die ihren eigenen Ausstoß von Kohlendioxyd kompensieren wollen. MoorFutures sind regionale Klimaschutz-Zertifikate zur freiwilligen Kompensation von Kohlendioxidemissionen. Sie sind die weltweit ersten Zertifikate für die Wiedervernässung von Mooren und werden von den drei Moorländern Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Brandenburg jeweils für regionale Projekte in ihrem Bundesland angeboten.

Die ersten Erlöse aus MoorFutures kommen in Brandenburg für das Projekt „Rehwiese“ im Landkreis Oberhavel zum Einsatz. Die Rehwiese umfasst 9,7 Hektar und liegt bei Freienhagen zwischen Nassenheide und Liebenwalde. Das Grünland der Rehwiese wurde bislang landwirtschaftlich genutzt. Der Graben ist hier recht geradlinig und tief eingeschnitten. Es kommt dadurch zu einer zu starken Entwässerung der Niedermoorböden. Das Projekt zielt darauf ab, das Wasser des Grabens zu stauen und in die Fläche ausufern zu lassen und damit die entwässernde Wirkung weitgehend aufzuheben.

Der größte Abnehmer war bisher übrigens das Helmholtz Umweltforschungszentrum Leipzig, das die Emissionen durch Dienstreisen in einem Jahr nach Ausschreibung durch Brandenburger MoorFutures kompensieren ließ.

 
 

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