Stromversorger: Aus der Vergangenheit in die Zukunft

Veröffentlicht am 07.08.2018 in Wirtschaft

E-Werk in Haslach: Läuft seit 86 Jahren

Stromgewinnung und -verteilung scheint manchmal ein gar kompliziert Ding. Wenn man sich allerdings anschaut, wie alles begann, scheint es doch einfacher als gedacht. Auch wenn heute alles ein paar Nummern größer und vor allem komplexer ist. Ein paar Dinge sollten wir auch in die Zukunft herüber retten. Hajo Guhl hat hingeschaut und fotografiert.

In der Gluthitze des Sommers 2018 gehörte ein schattiges Plätzchen zu den begehrten Dingen des Lebens. So der Pfad (Panoramawanderweg), der im Mühlviertel vom Ort Oberkappel an die rund vier Kilometer entfernte Talsperre der Ranna führt. Es ist eine Trimm-Dich-Strecke. Bei offiziellen 35 Grad im Schatten locken Anfang August allenfalls die verschiedenen Holztröge mit kalten Quellwasser zur Kneippkur für Arme und Füße. Am Zanklbach, ein erfrischendes Rinnsaal, findet der Wanderer zwei Schilder. Sie berichten von Aumühlen, Sägemühlen und E-Werken.

In den Zwanziger Jahren errichtet, lieferten sie Ortschaften und Höfen Strom. Gleichstrom mit 110 Volt oder schon Wechselstrom. Eines läuft immer noch. Zwölf Kilowatt (KW) Leistung. Die Turbine stammt aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg. Der Strom geht ins Netz. Vom E-Werk Finsling
(220 Volt Gleichstrom) zeugen noch ein paar Fundamente (Bild rechts).

Inzwischen sind also fast 100 Jahre vergangen, als die wohlhabenden Bauern im recht armen Mühlviertel der jungen Republik Österreich sich in ihre Höfe Strom legen ließen. Die alten Petrolfunzeln hatten ausgedient. Motoren lieferten für die diverse stationäre Maschinen Antrieb. Es muss eine kleine Revolution gewesen sein. Ein echter Fortschritt für die Landwirtschaft.

In der Nähe liefert ein Bach ebenfalls noch heute Strom (55 KW, 400 Volt Drehstrom). Der Osterbach. Das Prinzip: Ein Teil des Wassers wird umgeleitet, liefert über einen separaten Kanal seine Energie ab und fließt dann im Bach weiter. Und das seit über 50 Jahren. Das Prinzip lebt. Zum Beispiel in Südwestdeutschland, in der badischen Gemeinde Müllheim/Staufen. Das Wasserkraftwerk kann normalerweise 400 Haushalte mit Strom versorgen, gegenwärtig ist es wegen Niedrigwasser abgeschaltet.

Zurück ins Mühlviertel weiter nach Haslach zur Alten Ölmühle. Seit 650 Jahren wird in dem alten Gemäuer unterhalb des Ortes Leinöl hergestellt. Dazu auch Mohnöl und Hanföl. Ohne berauschenden Inhalt, wie der Mühlen-Eigner betont.

Auch hier dreht sich immer noch ein Stromgenerator aus den Dreißigern. Die Höhendifferenz beträgt gerade einmal 2,50 Meter. Ausgelegt ist er für eine Maximalleistung von 30 KW. Liefert selbst bei Niedrigwasser noch vier KW. Für das große Gebäude samt der Ölmühlen reicht das nicht. Aber immerhin.

In der Region von Mühlviertel, Böhmer- und Bayerischem Wald liegen Industriegeschichte und sagen wir einmal Hinweise auf künftige Lösungen für den Umgang mit Energie eng beieinander.

Die Glasmanufaktur in Böhmen war einst berühmt. Sie fraß aber regelrecht die dichten Wälder kahl mit ihrem unstillbarem Hunger auf Holzkohle und Pottasche. Es war der hochmoderne Schwemmkanal der Schwarzenberger, der Ende des 18. Jahrhunderts Brennholz nach Wien lieferte.

Dann machte eine Pferdebahn mit Schienen Konkurrenz, schließlich die Dampflok mit ihrer Steinkohle. Schließlich wanderte die energiehungrige Glasindustrie ab. Das Mühlviertel war auch eine Region von Webern. Zuerst an den Webstühlen auf den armseligen Höfen, in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in den Fabriken wie der Haslacher Textilweberei. Das Geld dafür kam damals übrigens aus Norditalien und der Schweiz.

Auch die kleinen Stromlieferanten im Mühlviertel wären in den späten Fünfziger Jahren gänzlich verschwunden. Im Nachkriegsösterreich haben damals Ingenieure einen Verbund von Wasserkraftwerken geschaffen, die die kleinen Generatoren überflüssig machen sollten. Doch einige liefern noch heute unverdrossen Wechselstrom. Geht doch! Auch für die eigene Region überdenkenswert.

 
 

So erreichen Sie uns!

DAS BÜRGERBÜRO
Ernst-Thälmann-Straße 32A
15366 Neuenhagen
Telefon 03342/ 212 446
E-Mail (einfach Adresse anklicken)
wk@joergvogelsaenger.de

Wo ist was los?

Alle Termine öffnen.

22.10.2018, 16:00 Uhr - 18:00 Uhr Bürgersprechstunde mit Jörg Vogelsänger
Haben Sie Fragen? Anregungen oder Probleme. Am Montag, den 22. Oktober 2018, lädt der SPD-Landtagsabgeordnete Jö …

05.11.2018, 18:00 Uhr - 20:00 Uhr Gemeindevertretersitzung
05.11.2018, 18:00 Uhr Hoppegarten (Gemeindesaal, Lindenallee 14)

07.11.2018, 18:30 Uhr - 20:30 Uhr Gemeindevertretersitzung
07.11.2018, 18:30 Uhr Schöneiche (Rathaus, Dorfaue 1)

Alle Termine

Nachrichten

18.10.2018 18:53 Weiterer Schritt in die moderne Arbeitswelt: Gesetz zur Brückenteilzeit verabschiedet
Lange lag das Vorhaben auf Eis. Nun hat die Koalition das erste große Gesetzgebungsverfahren mit einem ihrer zentralen Anliegen für mehr Zeitsouveränität durch die Brückenteilzeit erfolgreich durchgesetzt. Ab 1.1.2019 gibt dieses Gesetz vielen Beschäftigten die Möglichkeit, in einem Zeitraum von einem bis fünf Jahren in Teilzeit zu gehen und zwar ganz ohne Begründung. Das Rückkehrrecht

17.10.2018 18:51 Katarina Barley und Udo Bullmann werden zusammen die Führung des Europawahlkampfs der SPD übernehmen.
Dazu erklärt der Vorsitzende der S&D-Fraktion im Europäischen Parlament, Udo Bullmann: Ich freue mich, dass wir heute gemeinsam in einer starken Doppelspitze mit Katarina Barley in Richtung Europawahl starten! Andrea Nahles und ich waren uns frühzeitig einig, dass wir die deutsche Justizministerin als Spitzenkandidatin gewinnen wollen. Das wird eine klasse Zusammenarbeit! Ich freue mich auf die

16.10.2018 20:24 Bundesregierung geht gegen Umsatzsteuerbetrug vor
Mit dem Gesetzentwurf zur Vermeidung von Umsatzsteuerausfällen beim Handel mit Waren im Internet geht die Bundesregierung stärker gegen Umsatzsteuerbetrug vor. Außerdem wird eine steuerliche Förderung der E-Mobilität eingeführt. „In der heutigen Anhörung zum Gesetzentwurf zur Vermeidung von Umsatzsteuerausfällen beim Handel mit Waren im Internet stand die Haftung der Plattformbetreiber für nicht bezahlte Umsatzsteuer und die

16.10.2018 20:23 Beim Brexit ist noch immer eine Lösung möglich!
Die Verhandfungen zwischen der EU und Großbritannien zum Brexit stehen auf der Kippe. SPD-Fraktionsvize Post appelliert an die Vernunft aller Beteiligten – die Lage sei ernst. „In den Brexit-Verhandlungen kommt es jetzt auf Vernunft und einen kühlen Kopf auf allen Seiten des Verhandlungstisches an. Alle müssen sich des Ernstes der Lage bewusst sein. Es geht in den Verhandlungen

15.10.2018 06:20 SPD-Chefin Nahles zur Landtagswahl in Bayern
„Eine bittere Niederlage“ Über 10 Prozent Verluste muss die SPD in Bayern hinnehmen. Ähnlich viel verliert die CSU. Klarer Wahlgewinner sind die Grünen, die rund 10 Prozent zulegen konnten und mit 18,5 Prozent nun zweitstärkste Kraft in Bayern sind. Auch die AfD gewinnt stark hinzu und kommt auf rund 11 Prozent. Von einem „schlechten Ergebnis“

Ein Service von info.websozis.de