Tag des Baumes und die Geschichten dahinter

Veröffentlicht am 26.04.2016 in Allgemein

Baum des Jahres: Die Winterlinde gepflanzt in der Montessori Schule von Hangelsberg

Brandenburg Forstminister Jörg Vogelsänger hat zum Tag des Baums am Montag (25. April) in Grünheide eine Winterlinde gepflanzt. Eher hat er wohl die Kinder der Montessori Grundschule Hangelsberg unterstützt. Die Schüler pflanzen nämlich seit dem Jahr 2008 ihren Baum des Jahres. Die ersten zarten Pflanzen wachsen inzwischen schon zu stattlichen Exemplaren heran. (Beitrag von der Redaktion berichtigt)

Allein die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald zählte im April rund 20 feierliche Pflanzungen von Winterlinden. Er ist Baum des Jahres! Soweit die Meldungen! Also, was steckt eigentlich hinter der Aktion? Was ist eine Montessori-Schule? Der Reihe nach:

Tag des Baumes

Die Vereinten Nationen verkündeten bereits im Jahre 1951 den Tag des Baums. Er soll die Bedeutung des Waldes für den Menschen und die Wirtschaft stärker ins Bewusstsein rücken. Der deutsche Tag des Baumes wurde erstmalig am 25. April 1952 begangen. Ein Ahorn machte im Bonner Hofgarten den Anfang. Der Arbor Day (Baumtag) geht auf den Amerikaner Julius Sterling Morton (geb. 22.4.1832 - gestorben 1902) zurück.

Wieso die Linde?

Die Winterlinde (Tilia cordata oder Tilia parvifolia oder Tilia ulmifolia aber auch Stein-Linde: heimisch von Europa bis nach Westsibirien sowie Vorderasien) wurde im Oktober 2015 am Berliner Zoologischen Garten zum Baum des Jahres ausgerufen. Wie jedes Jahr ein Baum die ehrenvolle Aufgabe erhält. Die ebenfalls heimische Sommerlinde (Tilia platyphyllos) war schon 1991 dran.

Die Linde in Brandenburg

Die Linde wächst in Brandenburg gut auf den nährstoffärmeren Standorten. Die Winterlinde ist relativ Trocken resistent und wenig Spätfrost gefährdet. Sie eignet sich deshalb gut mit Buche und Eiche für den Waldumbau (ein Prozent pro Jahr angestrebt). Allein auf und an einer Linde leben bis zu 30 pflanzenfressende Insektenarten.

Die Linde als Namensgeber

Der Name der Stadt Leipzig leitet sich vom sorbischen Wort Lipsk ab und bedeutet schlicht. Linden-Ort. Etwa 850 Orte oder Ortsteile in Deutschland tragen Namen mit der Bedeutung Linde.

Die Linde als Symbol

Der Lindenbaum und besonders sein Blatt ist das Symbol des sorbischen Volkes. Auch den Tschechen gilt die Linde (tschechisch: lípa) als nationaler Symbolbaum. Zahlreiche Ortsbezeichnungen auch hier:  Česká Lípa (Böhmisch Leipa), Lipno-Stausee, Lipnice, Lipník, Lípová. Kroaten kennen die Lipa (Linde) als Hundertstel der gesetzlichen Währung Kuna (Marder).

Der mythische Baum

Auch den Germanen war die Linde ein heiliger Baum. Siegfried, dem Recken der Nibelungensage wurde ein Lindenblatt zu Verhängnis. Dorflinden waren über Jahrhunderte der Mittelpunkt eines Ortes. Hier wurde Gericht gehalten, daher der Name Gerichtsbaum. Hier ging die Jugend auf Brautschau. Der Dorfklatsch machte hier die Runde. Und schließlich tobten um den Baum die Kinder. Nach Kriegen oder Pestepidemien) wurden bis in die Neuzeit sogenannte Friedenslinden gepflanzt. Einige erinnern noch an den Westfälischen Frieden im Jahre 1648. Die meisten erhaltenen Exemplare an den Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71.

Linde ist gesund (na klar!)

Bienen sind dankbare Abnehmer der Lindenpollen und liefern Lindenblütenhonig. Der Tee aus den Blüten soll schweißtreibend bei Fieber, reizlindernd, entzündugswidrig, krampf- und schleimlösend bei Husten wirken. Die Liste lässt sich je nach Weltbild fast beliebig verlängern.

Das Holz der Linde

Heute werden pro Jahr 3000 bis 5000 m³ Lindenholz in unterschiedlichen Bereichen verarbeitet. Für Schnitzarbeiten wird das kurzfasrige Holz gern genommen. Die meisten Heiligenstatuen des Mittelalters waren meist aus Lindenholz gefertigt. In der Spätgotik war es Tilman Riemenschneider. Daher auch der Name Heiliges Holz (lignum sacrum). Aus Lindenbast wurde früher Seile hergestellt.

Montessori Schule

„Hilf mir, es selbst zu tun!“ So der Grundgedanke der Montessori-Pädagogik. Maria Montessori und haben anderen ab 1907 das Bildungskonzept entwickelt und in Montessori-Schulen umgesetzt. Es umfasst die Zeitspanne vom Kleinkind bis zum jungen Erwachsenen. Die Idee dahinter: ein Kindes ist „Baumeister seines Selbst“. Die pädagogischen Schlagworte sind offener Unterricht und Freiarbeit. Der Lehrende soll das Kind beobachten und den Lernprozess optimal fördern.
Info
https://de.wikipedia.org/wiki/Montessoripädagogik
http://www.montessori-grundschule-hangelsberg.de/

 
 

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