Umweltschutz: Deiche wollen gepflegt werden

Veröffentlicht am 31.07.2019 in Umwelt

In diese Tagen reden wir eher über Niedrigwasser und ausgetrocknete Flussbetten. Doch nach den Rekordtagen des Sommers 2019 werden wir auch wieder vor überschwemmten Rückhaltebecken und Deichen stehen, deren Kronen und Füße langsam aufweichen. So auch der Lindendeich in Wittenberge, der bei Hochwasser stets eine Schwachstelle darstellte. Diese ist nun beseitigt. Am 31. Juli 2019 nahm Brandenburgs Umweltminister Jörg Vogelsänger an der feierliche Übergabe der Hochwasserschutzmaßnahme an Lindendeich teil und sprach ein Grußwort.

Nach den letzten heftigen Regengüssen und den Überschwemmungen trat jedesmal auf der Landseite des Deiches Sickerwasser aus. Wegen des schlechten Zustands des Böschungsfußes musste Helfer den Lindendeich bei den Hochwassern 2002, 2006, 2011 und 2013 jedes mit viel Aufwand und jede Menge Sandsäcken aufwändig dämmen.

Wie trocken ist eigentlich unser Sommer?

Die Wetterwarte Lindenberg meldete bis zum 31. August 2019 eine Regenmenge von 316,7 l/qm (Liter pro Quadratmeter). Im ganzen Jahr zuvor waren es gerade einmal 398 l/qm oder mm/qm. Die Zahlen für 2017 - 742,7 l/qm, für 2016 - 495,4 l/qm.

Nach dem Einbau eines Filterprismas und einer Drainage auf rund 700 Metern kann das Sickerwasser künftig kontrolliert in die Vorflut ablaufen. Dies trägt zur Stabilisierung des Deiches bei und schützt auch vor gefährlichen Überfrierungen entlang der Lindenstraße bei Winterhochwasser.

Der landseitig verstärkte Deichfuß erlaubt bei einem späteren Deichausbau auch eine Anpassung an das Bemessungshochwasser. Um zukünftig Schäden durch Befahrung zu vermeiden, erhielt der Deichfuß ein Deckwerk aus überfahrbaren Filtersteinen. Das stark beanspruchte Straßenpflaster des Deichverteidigungswegs wurde ebenfalls neu verlegt.

Die Baumaßnahme stellte innerhalb von nur neun Monaten die Eggers Umwelttechnik GmbH fertig. Die Baukosten belaufen sich auf zirka 1,2 Millionen Euro. Finanziert wurde die Maßnahme über den Aufbauhilfefonds des Bundes und der Länder zum Hochwasser vom Juni 2013 (in diesem Jahre wurde vor allem in den Sommermonaten bis zur doppelten Menge des durchschnittlichen Regens gemessen).

 
 

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