Unfallbilanz 2017: Risiko auf Brandenburgs Straßen

Veröffentlicht am 12.03.2018 in Verkehr

Die Zahl der tödlichen Unfälle auf Brandenburgs Straßen ist im vergangenen Jahr gestiegen. Die Polizei registrierte 148 Verkehrstote. Das waren 27 Verkehrstote mehr als 2016, also gut 22 Prozent. In Brandenburg ereigneten sich im Jahr 2017 insgesamt 85.370 Verkehrsunfälle (2016: 82.612), bei denen 11.355 (11.326) Menschen verletzt wurden. Keine gute Bilanz!

Das Verkehrsunfallgeschehen 2017 im Überblick

  • Mit 85.370 Verkehrsunfällen im Jahr 2017 ist in Brandenburg ein Anstieg der Verkehrsunfallzahlen gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen (+ 3,3 Prozent oder 2.738 Verkehrsunfälle mehr).

  • Noch deutlicher fällt die Entwicklung der Zahl der Verkehrstoten aus. Nach dem Rückgang von 58 Verkehrstoten (179 auf 121) im Jahr 2016 stieg die die Zahl der der Getöteten wieder um 22,3 Prozent (+27 Tote).

  • Die Zahl der Verletzten ist mit 11.355 nahezu gleich geblieben. Es wurden 16 Menschen mehr verletzt als im Vorjahr. Bei den Verletzten zählt Brandenburg mit zu den sichersten Bundesländern (459 Verletzte je 100.000 Einwohner).

  • Nachdem Brandenburg 2016 im Bundesvergleich noch im letzten Drittel der Verkehrstoten je eine Million Einwohner lag, wird das Land im Jahr 2017 mit 59 Verkehrstoten je eine Million Einwohner gemeinsam mit Sachsen-Anhalt das Schlusslicht aller Bundesländer bilden.

Wo es am meisten kracht

Der Hauptanteil der Verkehrsunfälle ereignete sich innerorts (54.195 oder 63 Prozent). Hier wurden zwar nicht die meisten Verkehrstoten registriert, wohl aber ist der Anstieg der Verkehrstoten hier mit 46,9 Prozent von 32 auf 47 am höchsten.

Am deutlichsten gestiegen ist die Anzahl der Verkehrstoten in den Unfallursachen Geschwindigkeit um 23,5 Prozent (von 34 auf 42) und Vorfahrt um 60 Prozent (von zehn auf 16). Ca. 39 Prozent (58) aller Verkehrstoten in Brandenburg sind auf diese beiden Unfallursachen zurückzuführen.

Mit 2.301 Verletzten und einem Anstieg zum Vorjahr um 5,1 Prozent (2.189) stellt die Unfallursache Vorfahrt auch einen großen Anteil (20,3 Prozent) an den insgesamt im Straßenverkehr Verletzten dar.

Nahezu acht Prozent aller Verletzten und fast 35 Prozent der Verkehrstoten gab es bei den so genannten Baumunfällen. Der Anteil an den Verkehrstoten ist von rund 25 Prozent 2016 auf 35 Prozent 2017 gestiegen, ebenso wie die Anzahl der Verletzten (+ 4,9 Prozent). Und das obwohl nur 1,9 Prozent der Unfälle in diese Kategorie fallen.

Positiv: Im Jahre 2017 kam kein Kind im Straßenverkehr um. (Vorjahr: zwei). Leider wird es in 2018 anders aussehen, denn es gab am 24. Januar 2018 einen tragischen Unfall in der Stadt Brandenburg an der Havel, als ein 10-jähriges Mädchen von einem abbiegenden LKW überrollt wurde.

Unfälle im Güterverkehr sind insgesamt um 11,4 Prozent auf 14.164 gestiegen. Die Polizei registrierte in Brandenburg 39 Verkehrstote im Zusammenhang mit LKW-Unfällen, ein Anstieg um 14,7 Prozent. 73 Prozent dieser Verkehrsunfälle wurden durch Fahrer von Güterkraftfahrzeugen selbst verursacht. Besonders gefährdet: der LKW-Verkehr auf den Autobahnen - und hier insbesondere auf der zentralen Ost-West Transitstrecke.

Die Anzahl der getöteten Motorradfahrer stieg um 46,7 Prozent von 15 auf 22 und die Anzahl der getöteten Fahrradfahrer sogar um 100 Prozent (von 13 auf 26). Die Anzahl der verletzten Motorrad- und Fahrradfahrer ist dagegen gesunken.

Die Zahl der getöteten wie auch verletzten Senioren stieg ebenfalls. So erhöhte sich der Anteil der getöteten Senioren von 38 auf 43 um 13,2 Prozent.

Überwachung ist notwendig

Die Zahl der festgestellten Geschwindigkeitsverstöße kletterte um mehr als drei Prozent auf 1,6 Millionen (2016: 1,54 Millionen) Ordnungswidrigkeiten und Verstöße. Die Zahl der Fahrten unter Drogen erhöhte sich um 375 auf 1.815 (2016: 1.440). 3.912 Verkehrsteilnehmer wurden alkoholisiert hinter dem Steuer angetroffen, etwas weniger als im Jahr zuvor (2016: 4.005).

Innenminister Karl-Heinz Schröter: „Das ist insgesamt keine gute Entwicklung. Damit können wir alle nicht zufrieden sein. Häufigste Unfallursachen sind leider wieder überhöhte Geschwindigkeit und das Missachten der Vorfahrt.“ Der Langzeittrend bleibe zwar positiv - im Jahr 1991 starben auf Brandenburgs Straßen noch 931 Menschen - aber die Zahlen des letzten Jahres böten „Anlass zur Sorge“, betonte Schröter. Polizeipräsident Hans-Jürgen Mörke: „Die Bekämpfung der Hauptunfallursachen wird mit hohem Kontrolldruck auch zukünftig weiter im Mittelpunkt der Verkehrssicherheitsarbeit der Polizei stehen. Das steht fest.“

Bundesweit sind die Unfallzahlen im Jahr 2017 leicht gestiegen. In den Ländern Baden-Württemberg, Brandenburg, Rheinland-Pfalz, Saarland und Thüringen gab es 2017 mehr Verkehrstote als im Vorjahr – anders als in den übrigen Ländern und in Deutschland insgesamt.

 
 

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