Waldbrände 2018: Größte Fläche seit 1990 betroffen

Veröffentlicht am 11.10.2018 in Umwelt

Der heiße Sommer wird mit bislang 471 Waldbränden vielen im Gedächtnis bleiben. Nur Anfang der Neunzigerjahre und in den Jahren 2003 und 2005 hat es in Brandenburgs Wälder häufiger gebrannt als in diesem Jahr. Aber: Die Fläche von 1.630 Hektar ist nach dem Jahr 1990 einer neuer Höhepunkt . Forstminister Jörg Vogelsänger zog in der Landeswaldoberförsterei Peitz die Bilanz zum Waldbrandgeschehen in Brandenburg 2018.

Besonders betroffen von der Trockenheit und den Bränden waren der Süden Brandenburgs und Potsdam-Mittelmark. Der Schaden in den Forsten wird mit zirka elf Millionen Euro bewertet. Denn 700 Hektar sind in Totalreservaten auf ehemaligen Truppenübungsplätzen entstanden sind. Dort steht kein Wirtschaftswald der wieder aufgeforstet werde soll.

Der vergangene Sommer bedeutete für die heimischen Wälder, was Trockenheit und Sonneneinstrahlung betrifft, eine Härteperiode. In der Wetterbeobachtung bisher einmalig.

Zieht man die die gesamte Vegetationsperiode in Betracht, also die Zeit von April bis September fehlt es an jede Menge Regen. Gegenüber dem langjährigen Mittel von ergibt sich ein Niederschlagsdefizit von zirka 150 Millimetern. Die Durchschnittstemperatur liegt 2018 mit 3,8 Grad Celsius über dem langjährigen Mittel. Dies stellt einen absoluten Rekord seit Beginn der Wetteraufzeichnungen dar.

Die Waldbrandüberwachungszentralen des Landesbetriebs Forst Brandenburg sind vom 1. März bis zum 30. September besetzt. Der Landesbetrieb Forst Brandenburg stellt jetzt seinen Waldbrandschutzplan auf den Prüfstand, um zukünftig noch besser gerüstet zu sein. Hierbei fließen die Erkenntnisse aller an der Waldbrandbekämpfung beteiligten Akteure ein.

Zehn-Punkte-Plan der Landesforstverwaltung

  1. Update des Systems „Fire Watch

  2. Einsatz von 36 zusätzlichen Stellen in den Oberförstereien in der Waldbrandprävention

  3. Überprüfung des Waldbrandschutzplans: Suche nach „weißen Flecken“ bezüglich Löschwasserentnahmestellen und Brand- und Katastrophenschutzwegen

  4. mediale Kampagne und Beratung der Waldbesitzer zur Förderung von Maßnahmen zur Waldbrandvorbeugung und Waldumbau

  5. Verbesserung der Netzabdeckung der Diensthandys durch Beschaffung von Mehrnetzkarten

  6. verstärkte Bestreifung durch die Forstbehörde bei Waldbrandgefahrenstufe 4 und 5

  7. mehr Beschilderung in den brandgefährdeten Waldgebieten

  8. Erarbeitung von Waldbrandschutzkonzepten für die Lieberoser Heide und Jüterbog (Altes Lager) und deren prioritäre Umsetzung

  9. Abstimmung mit den Landkreisen, da einzelne Naturschutzbehörden den Bau von Wegen für den Brand- und Katastrophenschutz erschweren

  10. Erarbeitung einer gemeinsamen Empfehlung des Agrar- und Umweltministeriums und des Innenministeriums für die Landkreise bezüglich der Waldbrandgefährdung durch landwirtschaftliche Bewirtschaftung

Fördergelder nach Waldbränden

Für Brandenburger Waldeigentümer stehen drei Förderquellen zur Verfügung:

• Richtlinie zur Gewährung von Zuwendungen für die Förderung forstwirtschaftlichen Vorhaben (Forst-Richtlinie, 5,3 Millionen Euro pro Jahr aus Landes- und EU-Mitteln)

• Zuwendung aus Mitteln der Walderhaltungsabgabe gemäß Paragraph 8 Absatz 4 des Landeswaldgesetzes

• Zuschuss bei Waldbrandschäden gemäß Paragraph 21 des Landeswaldgesetzes

Stress der Wälder und Konsequenzen

Dieser Sommer begann schon im April. Im offenen Gelände trocknete der Boden dramatisch schnell aus. Die Pflanze verdorrten. In den Wälder der Mark folgte die Dürre mit Verzögerung. Waldökosysteme speichern Wasser besser als Offenland. Ab Mitte August waren die Wasserreserven auch hier verbraucht, jetzt wurden die Trockenschäden auch in den Forsten sichtbar. Verdorrte Anpflanzungen und Verjüngungen, Einrollen der Laubblätter und ein Abwerfen der Kiefernnadeln waren zu beobachten. Dies sind Stressreaktionen der Bäume.

Die diesjährigen Wetterkapriolen machen noch stärkere Bemühungen um präventive Waldbaumaßnahmen erforderlich. Das betrifft besonders die weitere Neupflanzungen von Laufholz in reinen der Kiefernbeständen. Die natürliche Verjüngung von Wälder hat sich gerade bei diesem Dürresommer bewährt. Der Baumnachwuchs aus eigener „Produktion“ ist deutlich widerstandsfähiger als gepflanzte Bäume.

Dem trockenen Wald machte auch das viele Wild zu schaffen: Die regional noch überhöhten Wildbestände müssen weiter reduziert werden. Weiterhin ist die Anlage von Waldinnenrändern, auch als Waldbrandriegel, erforderlich ebenso die Verbesserung der Waldbrandüberwachung und der vorbeugende Waldbrandschutz (Rund zwei Drittel aller Brände gehen auf Brandstiftung oder Leichtsinn zurück, mit einer hohen Dunkelziffer).

 
 

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