Waldumbau ist auch Klimaschutz!

Veröffentlicht am 03.08.2019 in Umwelt

Märkischer Sand und Nadelbäume passen eigentlich gar nicht zusammen. Vor allem nicht als Monokultur. Dennoch wurden über lange Zeit vor allem Kiefern gepflanzt. Diese Wälder lieferten in relativ kurzer Zeit sehr viel Holz. Der Waldumbau seit den 90er Jahren hat ein Ziel: Reine Nadelwälder durch Mischwälder zu ersetzen. Das ist auch dringend notwendig, wie heiße Sommer, Waldbrände und Stürme belegen. Eine aktuelle Zwischenbilanz für das Land Brandenburg...

Wie sieht der typische Brandenburger Wald heute aus?

Brandenburgs Wälder bestehen zum großen Teil aus Nadelbäumen. Keine andere Baumart ist häufiger vertreten als die Kiefer: Sie wächst auf über 70 Prozent der Brandenburger Waldfläche. Das wird nicht nur bei Waldbränden und Stürmen zum Problem, denn diese Bäume brennen schnell und brechen leichtt. Die Baumarten unterscheiden sich je nach Region. Von Norden nach Süden nimmt der Anteil der Laubbäume des Landes ab, der von Nadelbäumen zu.

Wieviel Bäume werden gepflanzt?

Selbst im besonders trockenen Jahr 2018 wurden 2.020 Hektar Wald umgebaut, davon 380 Hektar im Privatwald durch Fördermittel, was einer Summe von zwölf Millionen Pflanzen im Jahr 2018 entspricht. Für die aktuell laufende Förderperiode stehen für den Privat- und Körperschaftswald 20 Millionen Euro zur Verfügung. Mit diesen Mitteln können bis zu 30 Millionen Pflanzen gesetzt werden. Allerdings geht es nicht nur um die Verjüngung des Waldes.

Wieviel wurde bereits gepflanzt?

Brandenburg hat in den vergangenen Jahrzehnten auf einer Fläche so groß wie Berlin den Waldumbau durchgeführt. So ist seit 1990 der Waldumbau auf einer Fläche von 85.000 Hektar erfolgt. Das entspricht 510 Millionen Pflanzen in der Waldverjüngung. Jedes Jahr werden etwa ein Prozent des Waldes wieder aufgeforstet oder umgebaut. Eine Jahrhundertaufgabe also.

Wieso der Wechsel vom Nadel- zum Laubbaum?

Das Bundesland bemüht sich seit Jahren um einen Umbau des Waldes. Dabei stehe vor allem der Wandel von Nadelwäldern hin zu Mischwäldern. Monokulturen, auch Holzacker genannt, liefern nur kurzfristig Nutzholz. Die liegt beim Mischwald mit seinen entscheidende Vorteilen: Laubbäume halten die Feuchtigkeit im Boden länger, brennen auch nicht so schnell wie Kiefern oder Fichten. Zudem ist ein Mischwald weniger anfällig für Schädlinge und Sturmschäden.

Werden Kiefern überhaupt nicht mehr gepflanzt?

Das Setzen von Nadelbäumen wird nicht mehr aus öffentlichen Mitteln gefördert. Nur die heimische Kiefer wird jedoch weiterhin in Böden eingesetzt, wenn es die Verhältnisse in den jeweiligen Bereichen erfordern.

Brandenburg ist Waldland!

Gut ein Drittel der Landesfläche Brandenburgs – 37 Prozent - also mehr als eine Million Hektar, sind bewaldet. Das sind 1,1 Millionen Hektar, wobei im Süden des Landes sogar 43 Prozent der Fläche Wald sind. Der Landesbetrieb Forst Brandenburg bewirtschaftet 270.000 Hektar. Hinzu kommen Flächen des Bundes 70.000 Hektar, Körperschaftswald 79.000 Hektar und 670.000 Hektar Privatwald, der rund 100.000 Waldbesitzern gehört.

Masterplan gegen den Waldkollaps

Die meisten Bundesländer bemühen sich, ihre Wälder besser gegen Stürme, Trockenheit und Schädlinge zu wappnen. Der Klimawandel erfordert gemeinsames Handeln. Deutschlands Wälder sollen mit einem Masterplan vor dem Kollaps bewahrt werden. Vom Bund sollen weitere Gelder fließen, so Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner. Rund eineinhalb Milliarden Euro müssten in die deutschen Wälder investiert insgesamt werden, so der Bund für Umwelt und Naturschutz.

 
 

 

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