Was ist eigentlich Waldumbau?

Veröffentlicht am 20.10.2016 in Umwelt

Es ist Herbst und Pflanzzeit in den Wäldern Brandenburgs. In dieser Zeit entscheidet sich, wie die Wälder einmal in fünfzig und hundert Jahren aussehen werden. Jörg Vogelsänger wird die sogenannte Herbstaufforstung in diesem Jahr in der Forstbetriebsgemeinschaft Neuruppin eröffnen. Der Minister für Landwirtschaft und Umwelt hat dazu die Mitglieder des Ausschusses für Landwirtschaft eingeladen. Gemeinsam werden sie Kiefern und Wildobst pflanzen.

Mit 70 Prozent Kiefernwald gehört Brandenburg zu den Bundesländern mit dem höchsten Anteil an diesen Nadelhölzern. Die Klimaveränderungen macht diesen Monokulturen (Holzacker) schwer zu schaffen: Die ohnehin schon hohe Waldbrandgefahr steigt nochmals, heftiger werdende Stürme reißen in wenigen Minuten Schneisen in die Wälder. Waldschadinsekten breiten sich immer schneller aus.

Ein Waldumbau kann die Kiefernbestände erhalten und resistenter gegen den Klimawandel machen. Deshalb wurden in den letzten 25 Jahren rund 78.000 Hektar Kieferreinbestände mit Laubholz angereichert. Mischwald entsteht. Auch eine Verjüngung der Wälder gewinnt in Zeiten des Klimawandels an Bedeutung. Junge Kiefern sind recht anpassungsfähig und damit gut für diese Veränderungen geeignet.

In Brandenburg stehen etwa eine Million Hektar Wald. Dieser gehört rund 100 000 Waldeigentümern. 61 Prozent der Waldfläche werden durch private Waldbesitzer bewirtschaftet. Zum Vergleich Deutschland: Über elf Mio. Hektar, das entsprechen 32 % der Gesamtfläche. Bund, Länder und Kommunen besitzen 52 % dieses Waldes. Beinahe 5,5 Mio. Hektar Wald (etwa 48 %) gehören knapp zwei Millionen kleinen und größeren Waldbesitzern.

In Brandenburg sind viele Privatwälder nur wenige Hektar (1 ha = 10.000 m²) groß. Zum Teil haben sich deshalb forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse, wie Forstbetriebsgemeinschaften, gebildet und organisieren die Bewirtschaftung der Waldflächen gemeinsam.

Die Forstbetriebsgemeinschaft Neuruppin hat in diesem Jahr die Aufforstung einer kleinen Kniefernfläche vorgesehen. Gepflanzt werden Kiefersämlinge, Winterlinden (Baum des Jahres 2016) und Wildobst ohne Zaun. Die samentragenden Buchen und Eichen in den Nachbarbeständen werden dazu beitragen, dass sich ein Mischbestand entwickelt.

 
 

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