Wie der Hase Osterhase wurde

Veröffentlicht am 31.03.2018 in Allgemein

Nein, liebe Kinder! Der Osterhase trägt kein Glöckchen um den Hals. Er ist auch nicht in Gold gefärbter Alufolie gewickelt Der Osterhase ist nicht lila und steht auf einer schrägen Wiese. Das ist eine Kuh und die ist auch nicht lila! Osterhasen leben auch nicht im Supermarkt von Januar bis Anfang April. Es ist alles ganz anders.

Im Märchen lässt sich ein dummer Hase von einem schlauen Igel eine Ackerfurche hin und her scheuchen, bis er schließlich erschöpft zusammenbricht. Dann soll der Osterhase an besagtem Fest auch noch Eier verstecken. Das ist natürlich Quatsch. Das einzige Säugetier, das Eier legt, ist das so genannte Schnabeltier. Das lebt so ziemlich auf der anderen Seite der Erde, nämlich in Australien. Die beiden sind nicht verwandt. Das Kaninchen ist ein entfernter Verwandter, selbst wenn er Stallhase heißt.

Dann ist er auch noch als „Meister Lampe“. So heißt der Feldhase in den Fabeln und Märchen. Oder auch Löffelmann, Mümmelmann, Krummer. Sein bekanntester Zweitname „Lampe“ stammt aus der Jägersprache. Weil sich beim flüchtenden Feldhasen der helle Fleck im Unterfell am Stummelschwanz weithin sichtbar vom übrigen Fell abhebt, bezeichnen ihn die Weidmänner als Lampe.

Auch wenn der Feldhase bei den Biologen Lepus europaeus heißt. Eigentlich ist er kein echter Europäer. Er war ursprünglich in Steppengebieten Asiens zu Hause und ist eingewandert. Das ist aber nicht weiter schlimm. Alles, was heute in Europa kreucht und fleucht, blüht und wächst ist früher oder später eingewandert. Vor rund 16.000 Jahren lag Brandenburg unter einem dicken Eispanzer. Bis zu 200 Meter dick. Die Gletscher kamen aus Skandinavien und brachte dicke Steine mit. Die nennen sich Findlinge…

Der Feldhase kam deutlich später. Als Menschen aus dem Nahen Osten Wälder abholzten und auf den Äckern Getreide anbauten. In dieser Kulturlandschaft fühlte sich auch der Hase wohl.

Wieso wurde er dann zum Osterhasen, der auch noch Eier legt? Der Historiker sagt: Der Hase gilt als uralter Frühlingsbote und als Fruchtbarkeitssymbol. Damit kommt schon die nächste Frage?

Die Menschen von früher hatten noch keinen Wetterbericht. Keinen Kalender. Sie mussten aber genau wissen, wann sie den Acker pflügen und die Körner aussähen mussten, um im Sommer ihr Getreide zu ernten. Hase und Vögel lieferten Hinweise auf den passenden Zeitpunkt. Die ersten jungen Hasen sind auf den Feldern bereits im späten Winter zu sehen. Etwas später beginnt auch die Brutzeit der Vögel. Im Laufe der Zeit wurde daraus die Mär, dass der Hase die Eier bringt. Diesen Osterbrauch und andere haben die Menschen damals und auch heute gefeiert.

Bleibt noch eine Frage: Wenn Du den Schokohasen ausgepackt hast. Wo beisst Du zuerst rein? In die Ohren, in den Schwanz? Oder zerbrichst Du ihn etwa?

Hase auf dem Rückzug

Ostern ist nicht in Gefahr, obwohl der Feldhase als stark gefährdet gilt und auf der „Roten Liste“ der geschützten Arten steht. Nach unterschiedlichen Angaben gilt der Feldhasenbestand jetzt wieder als stabil. Nachdem dieser in den letzten 15 Jahren dramatisch Rückgang abnahm. In Brandenburg teilen sich etwa sechs Hasen 100 Hektar Fläche, im Bundesdurchschnitt sind es bis zu 12 Löffler

Die großflächige Landwirtschaft mit nur wenigen Fruchtarten und fehlenden Ackerrandstreifen bietet Hasen  immer weniger Nahrungspflanzen. Es fehlen Flächen mit gehaltvollen Wildkräutern und Gräsern sowie Rückzugsräume. Auch die zunehmende Zersiedlung der Landschaft und der Straßenverkehr setzen dem Hasen zu. Nasskalte Witterung im Frühjahr und wachsende Populationen ihrer Fressfeinde gefährden vor allem Junghasen. 

Wie der Feldhase lebt

Ein Weibchen bringt immerhin drei- bis viermal im Jahr bis zu sechs Junge auf die Welt. Leider erleben 50 Prozent der Hasenbabys ihren ersten Geburtstag nicht. Einmal erwachsen geworden, kann ein Feldhase bis zu zwölf Jahre alt werden. Imposant ist der Kampf der Hasenmänner um die Weibchen. Sie versuchen dabei, durch Boxen mit den Pfoten ihre Konkurrenten aus dem Feld zu schlagen. Auf der Flucht erreicht Meister Lampe Spitzengeschwindigkeiten bis zu 80 km/h und versucht, seine Verfolger durch abrupte Richtungswechsel – das Haken schlagen - abzuhängen.

 
 

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